Tag 30: Rollertour Chiang Mai, die erste

Weil wir uns zutrauen, auch hier im etwas chaotischen Stadtgebiet Roller zu fahren (lustig, Rob traut sich, aber Gudrun hat einen Motorradführerschein 😉), haben wir uns mal wieder so eine Höllenmaschine gemietet – auf Anraten des Vermieters mit ein bisschen mehr Hubraum und PS, weil wir in das Doi Suthep Gebiet wollen, wo die Straßen auch mal „etwas“ steiler werden können.

Das Stadtgebiet mit seinem starken Verkehr (zur Erinnerung: LINKSverkehr!) ist zwar anfangs herausfordernd, aber machbar. Allerdings rutscht uns dann doch recht bald das Herzchen in die Hose, als wir – wie auch viele andere Rollerfahrer – von einer Polizeikontrolle angehalten werden und man meine Papiere sehen will. Glücklicherweise hatten wir die Helme auf und ich aus purem Zufall nicht nur meinen internationalen, sondern auch meinen deutschen Führerschein dabei – damit war dann alles in Ordnung und der Polizist blieb freundlich und ließ uns gleich weiterfahren. Puh, wir hatten uns schon in den Mühlen der thailändischen Polizeiwillkür gesehen!

Doi Suthep ist eine Region etwa 15km westlich von Chiang Mai City und umfasst neben einem ziemlich bekannten und großen Tempel auch einen wunderschönen (aber nicht ganz so großen) Nationalpark.

Zuerst ging es zum Touristenmagneten Wat Phra That Doi Suthep, wie der Tempel mit vollem Namen heißt. Der Prunk und Protz ist wirklich beeindruckend, die 290 Stufen da hoch allerdings auch 🥵. Außer ganz vielen Leuten kann man da oben allerdings auch tolle Gebäude, Statuen, echte Mönche und schöne Blumen sehen – und eine fantastische Aussicht über das Land bis nach Chiang Mai hat man auch.

Ausblick vom Wat Doi Suthep – das längliche Graue ist Start- & Landebahn des Flughafens

Nach so vielen Menschen brauchten wir etwas Ruhe in der Natur und fuhren weiter zum Doi Suthep Nationalpark. Merke: Nationalpark bedeutet vor allem, dass man Dir Eintrittsgeld für die Natur abknöpft 😉

Der Trail ist bloß 1,6km lang und ist selbst mit Flipflops gut zu gehen – die Wanderschuhe hätten wir uns sparen können. Zu dieser fortgeschrittenen Trockenzeit ist schon vieles vertrocknet und daher nicht mehr so eindrucksvoll, aber man fühlt sich dennoch wie in einem Urwald! Besonders schön sind die Wasserfälle.

Rob freut sich über den Wasserfall

Abschließend sind wir noch etwas weiter in die Pampa gefahren, wo eigentlich nix mehr ist (außer weitere schöne Aussichten in weitere Täler). Plötzlich kommen wir an eine Weggabelung; an allen drei Straßen stehen jeweils mindestens 6 Soldaten, teilweise schwer bewaffnet und alle bewachen eine Straßensperre 😯

Zwar lächeln uns alle freundlich an, grüßen und winken (so wie wir auch) und halten uns auch überhaupt nicht auf, aber mulmig ist uns schon dabei. Wir haben uns auch nicht getraut anzuhalten und ein Foto zu machen – später erfuhren wir, dass das gar kein Problem gewesen wäre. Die Frage, die uns quälte und die wir auch nicht ergoogeln konnten: Warum gibt es an einer Stelle, an der sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, eine derart massive Sicherheitssperre? Etwa einen Kilometer weiter gibt es ein kleines Dorf, das an Unwichtigkeit nicht zu übertreffen ist – das kann wohl kaum der Grund sein.

Die Erklärung erhalten wir am nächsten Tag von unserem super guten Travel Agent (dazu später mal noch mehr): In der Nähe gibt es nämlich außerdem eine kleine Residenz des Königs. Der ist zwar so gut wie nie da, aber dennoch muss diese Location geschützt werden. Wer hier abends noch lang will, muss schon einen guten Grund dafür haben, sonst wird er zurück geschickt. Und dann ist die Region rund um das Dorf für seine speziellen Mohnsamen bekannt… 🤪

Die Region Doi Suthep liegt etwa hier: